Wer kennt Kenfo?
Deutschland hat bereits einen Staatsfonds. Die Ergebnisse sind durchaus beachtlich. Kapitalgedeckte Rente wird ähnliches Vehikel brauchen. Ein etwas optimistischerer Blick auf die geplante Kapitalrente stünde uns gut zu Gesicht.
Immer häufiger hört man, dass Deutschland einen Staatsfonds nach norwegischem Vorbild braucht. Spätestens wenn die kapitalgedeckte Rente als Baustein der gesetzlichen Rente kommt, wird es so weit sein. Was viele nicht wissen, dass es in Deutschland bereits einen milliardenschweren Staatsfonds gibt. Kenfo, er wurde mit 25 Milliarden ausgestattet und dient, profan gesag, zur Finanzierung der Atommüllendlager. Er legt breit gestreut im Kapitalmarkt an. Seine Ergebnisse lagen bisher, teilweise sogar deutlich, über der angestrebten Zielrendite.
Auch wenn man hier aus meiner Sicht einen recht guten Job macht, wir wären nicht in Deutschland, wenn es nicht auch etwas zu meckern gäbe. Der Fonds berichtet nur einmal im Jahr. Norwegen zeigt sich da deutlich offener mit einem fast „just in time“ Reporting. Die Frage, die sich mir dabei stellt, ob diese Transparenz bei einem Staatsfonds irgendwem einen Vorteil bringt. Fonds der Privatanleger sind völlig anders konstruiert. Und, ob Lieschen Müller zu jedem Zeitpunkt weiß, ob ihr Rentenzuschuss gerade vom gleichnamigen Milchproduzenten oder von einem japanischen Sushimaschinenhersteller kommt, wäre, wenn regelmäßig berichtet wird, für mich eher irrelevant. Es birgt für mich sogar die Gefahr, dass dann für den Fonds in Deutschland eine zusätzliche Staatsfondstransparenzkontrollbehörde geschaffen würde. Dabei haben wir schon genügend Nichtsnutze die, aus dem scheinbar hierzulande nie versiegenden Quell der Bürokratie, reichlich Milch und Honig saugen. Der langfristige Anlagehorizont braucht nicht zwingend ein tägliches Reporting. Etwas Vertrauen in den Staat ist nach wie vor nicht verboten. 😉
Euch ein schönes Wochenende…