Von Blasen , die platzen (oder auch nicht), Gold (dem einzig wahren Geld?), Kryptos und Zehnkampf....

Wer wenig weiß, muss viel glauben. Das gilt auch in der Geldanlage. Auf der Suche nach der Maximalrendite orientieren sich nach wie vor zu viele Anleger an dem was sie glauben. Was ein solider Kapitalaufbau mit Zehnkampf zu tun hat, erfahrt ihr am Ende des Artikels.

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 In vielen Diskussionen in Anlegerforen, oder anderen modernen Stammtischen trifft man sich regelmäßig zum Finanz-Yoga. Die Trainingsgruppen unterscheiden sich inhaltlich, aber selten in ihrem Mantra. Und läuft etwas gegen die eigene Annahme, findet sich häufig ein Gesundbeter, der oder die dann die vermeintliche Fehlentwicklung analysiert und glaskugelblickend den Traum vom Jackpot neue Nahrung gibt. Diese Zockereien sind grundsätzlich nichts Schlimmes. Sie sollten eben nur nicht das Fundament des eigenen Kapitalaufbaus sein. 

Gold, das einzig wahre Geld, hat im letzten Jahr einen Rausch wie zu Jack Londons Zeiten erlebt, als man mit Hacke und Schaufel halb Kalifornien, Nevada und Colorado umgrub. Gold wurde wieder zur Geldanlage mit riesigen Gewinnmargen und wie immer in solchen Hypephasen segelte Silber dieses mal nicht nur mit, sondern eroberte scheinbar endgültig den Platz an der Sonne, den es schon immer verdient. Die Geschichte von seiner Bedeutung als Industriemetall wurde zum xten Mal zum Bestseller. Ich will niemandem seine Edelmetalle ausreden, aber sie sind keine klassischen Geldanlagen. Als Beimischung durchaus nicht blöd, aber um kontinuierlich, langfristig eine verlässliche p.a. Rendite zu generieren sind sie ungeeignet. Warren Buffett hatte nie signifikante Goldreserven. Seine Begründung: Gold produziert nichts. 

 Ob etwas eine Blase war, weiß man immer erst, wenn sie geplatzt ist. Erst waren es die M7, jetzt sind die Hyperscaler das Maß der Dinge. Um vielleicht mal etwas Struktur reinzubringen. Die M7 oder Magnificent Seven sind die 7 einst größten Tech-Unternehmen der USA (Apple, Amazon, Alphabet, Meta, Microsoft, Nvidia und Tesla). Hyperscaler sind Riesen im Bereich Cloud Computing, Rechenzentren. Tatsächlich gibt es hier Schnittmengen Alphabet, Microsoft, Meta und Amazon gehören auch zu den Hyperscalern. Für Anlageentscheidungen sind diese Begrifflichkeiten nur von ganz geringer Bedeutung. Hier stellt sich die Frage, wieviel Geld wird man zukünftig verdienen können sind die derzeit riesigen Investitionen armortisierbar? Die Antwort darauf: Man weiß es nicht. 

Kryptos, was ist das eigentlich? Eine oder mehrere Währungen? Eine Geldanlage? In den USA wurden sie kürzlich als Rohstoff eingestuft. Der Bitcoin vor 18 Jahren geschaffen mit der damals aktuellen Rechenleistung. Viele Finanzfachleute vermissen den inneren Wert um hier zu investieren. Einige wenige Profis nutzen ihn in homöopathischen Dosen zur Diversifikation ihres Portfolios. Ich stelle mir zusätzlich die Frage: Wenn wir heute davon ausgehen, dass Rechenleistungen  exponentiell wachsen, wie lange ist ein Modell wie die Blockchain noch unverwundbar? Für mich nach wie vor kein Investment. 

 Zehnkampf gilt als die Königsdisziplin in der Leichtathletik. Niemand erwartet von einem Zehnkämpfer einen Weltrekord in einer Einzeldisziplin. Ein gut ausgewogenes und individuell abgestimmtes Depot ist die Königsdisziplin in der Geldanlage. Die unterschiedlichen Phasen an den Märkten stellen den Anleger vor unterschiedliche Herausforderungen. Deshalb ist es wie beim Zehnkampf wichtig alle Disziplinen zu beherrschen. Das nicht, dass man sich am 100m Weltrekord nicht erfreuen kann, aber wenn ich nur dafür trainiere, wird es beim Kugelstoßen schlecht aussehen. Viele Anleger trainieren für den Weltrekord im Sprint und werden dann in den anderen Disziplinen von der Realität eingeholt. Wir bei „Mythos Geldanlage“ sind Team Zehnkampf. 😉