Schafe sind weiß, aber eben nicht alle…
Wer ohne Fehler ist werfe den ersten Stein, in Anlehnung an das Johannesevangelium, wenn auch da von Sünde die Rede ist. Aber manchmal sind Fehler und Sünde nicht weit auseinander. Ich plädiere seit jeher für finanzielle Bildung und werbe für die Berufsgruppe der Berater; muss aber leider regelmäßig immer noch feststellen, dass ein Berater nicht automatisch einen vor Fehlern und unsinnigen Anlagen schützen. Aktueller Fall, einer Frau, 57, wurde von einem Erfüllungsgehilfen eines großen Strukturvertriebes eine Basis oder auch Rürup genannte Rente als Steuersparmodell verkauft. Geplantes Renteneintrittsalter zwischen 63 und 65. Monatlich 1000,-€ zuzüglich 9.000 € Sonderzahlung jährlich. Laufzeit wäre 6 alternativ 8 Jahre gewesen. Provisionen werden in diesem Bereich vordiskontiert bezahlt und zwar auf die Beitragssumme. Also im längst möglichen Fall auf 168.000 €. Der Vertrag wurde allerdings, mit dem Verweis, dass er bei Renteneintritt sowieso endet, bis zum 75. Lebensjahr abgeschlossen. Ein Schelm, der Schlimmes denkt. Allerdings erhöhen die 10 Jahre mehr Laufzeit die zur Provisionsberechnung herangezogene Beitragssumme um 120.000 €. Das lasse ich jetzt mal so stehen. Es gibt Produkte, bei denen hohe Ablaufalter Sinn machen können. in diesem Fall bezweifle ich den Sinn. Mir geht es hier auch gar nicht um Kollegenbashing, sondern darum, sich selbst mit den Themen zu befassen und bei der Beraterwahl, wenn einem das Thema so gar nicht liegt, genau hinzuschauen. Es gibt in diesem Bereich viel, viel mehr weiße als schwarze Schafe, aber es gibt sie eben. Und in der Regel kostet das euer Geld. Zum Schluss nochmal, wer ohne Fehler ist… Hier allerdings von einem solchen zu sprechen, fällt mir schwer. Hier bin ich dann eher beim Original aus dem Johannesevangelium.